Fußball in Ruhla von 1975 bis zur politischen Wende im Jahre 1989

Nachdem die Ruhlaer in der Saison 1974/75 die DDR-Liga wieder verlassen mussten, gab es wie es meistens nach einem Abstieg so ist, doch einige Probleme.

Da einige Spieler und der Trainer Hans Säckel den Verein verlassen hatten, sprang ich als Übungsleiter ein. Ein Jahr hielten wir noch die Bezirksliga, doch nach Ende der Spielserie 1976/77 folgte der Absturz in die Bezirksklasse. Im folgenden Jahr stiegen wir aber sofort wieder in die Bezirksliga auf. Auch ein Verdienst des neuen Trainers Lothar Lutze aus Apolda, der mit seinen neuen Trainingsmethoden sofort eine neue Aufbruchstimmung im Verein verbreitete. Aber im Umgang mit den Spielern hatte er große Defizite. Sein Spezialausdruck war, wenn ihm etwas nicht passte, das Wort: „Du Kartoffel!“ Obwohl die Ruhlaer in der Bezirksliga 1978/79 Platz 4 und im darauffolgenden Jahr Platz 7 erreicht hatten und auch 1980 den FDGB-Pokal geholt hatten, musste er wenig später wegen seiner meist unsachlichen Art wieder gehen. Positiv war aber, dass durch ihn eine Verbindung zu Apoldaer Spielern hergestellt wurde, die dann wenig später nach Ruhla wechselten.

Es kamen Thomal Paul, Peter Körbs, Andreas Keltsch, Lothar Carl und im Aufstiegsjahr 1981/82 noch Christian Vlay. Leider hatten uns in dieser Zeit auch zwei wichtige Spieler mit Lutz Hartung und Frank Flehmig in Richtung Sondershausen verlassen. Trotzdem bekamen wir für die Saison 1982/83 für die DDR-Liga wieder eine schlagkräftige Mannschaft zusammen. Den entscheidenden Punkt zum Aufstieg in die DDR-Liga hatten folgende Spieler vor 1600 Zuschauern, die Hälfte davon aus Ruhla 1982 in Sömmerda geholt:

Paul, Bräunlich, Gürtler, Will, Schäfer, Jatzek, Vlay, Heßland, Jung, Scheer (60. Keltsch), Schlegel. Das wichtigste Tor zum 1:0 in der 72. Minute erzielte Andreas Schlegel, den ich in einer Blitzaktion kurzfristig von Chemie Böhlen geholt hatte. Er bekam von Uwe Jung den Spitznamen „Have“ verpasst. Der Grund: In der damaligen DDR-Oberliga wurde der Böhlener Klaus Havenstein Torschützenkönig, obwohl seine Elf wieder abgestiegen war. Das Spiel in Sömmerda endete übrigens 1:1. Die Erbstromtaler waren 5 Tore besser als die Sömmerdaer, ein sehr enger Einlauf, aber das war uns egal. Der Aufstiegstrainer war damals Manfred Jatzek, ich stand ihm zur Seite. Wir hatten wirklich ein Top-Team. Vor allem auch, weil die jungen Spieler wie Will, Kurpjuweit, Ralf Jatzek, König und Ralf Heßland, dem wir aus den Junioren von Rot-Weiß Erfurt geholt hatten, gut einschlugen. Das Sahnestück der Elf war die Abwehr. Thomas Paul, ein absoluter Klassemann im Tor, davor Rainer Gürtler als Libero, rechter Verteidiger Jürgen Heitmann, Vorstopper B. Will und Linksverteidiger U. Kurpjuweit. Vor allem die Abseitsfalle klappte perfekt. Die Gegner rauften sich öfter die Haare, weil sie einige Male im Spiel auf diese taktische Maßnahme reingefallen waren. Im ersten Jahr in der DDR-Liga wurde Platz 8 erreicht.

Im Spieljahr 1983/84 wurde wieder abgestiegen. In dieser Zeit hatten wir weitere zwei Neuzugänge. Es kamen Stefan Leinhos und Steffen Brademann. Beide blieben einige Jahre in Ruhla. Höhepunkt für die Mannschaft war das 0:1 verlorene Pokalspiel gegen den Oberligisten FC Vorwärts Frankfurt vor 2000 Zuschauern im Ruhlaer Stadion, als die tapferen Ruhlaer erst kurz vor Schluss das 0:1 kassierten. Diesmal brachte der Abstieg keinen Riss ins Gefüge des Vereins, obwohl Trainer Jatzek wieder von Bord ging. Ich holte mir Rainer Gürtler mit auf die Trainerbank, nach zwei Jahren übernahm er 1988/89 die verantwortliche Funktion und übte diese bis ins Jahr 2000 aus. Ein Glücksgriff für Ruhla, denn mit seiner Art und im Umgang mit den Spielern konnte man keinen besseren bekommen. Von 1984 bis 1989/90 war Ruhla eine feste Größe in der Bezirksliga, wie es dann ab 1990 weiterging, erfahren die Leser der Ruhlaer Zeitung in einer der nächsten Ausgaben.

Bis dahin verbleibt Ihr/Euer

Heinz Hoßfeld


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