Jahresempfang der Stadt Ruhla

"Tradition heißt nicht die Asche zu bewahren, sondern das Feuer immer weiterzutragen" – Jahresempfang der Stadt Ruhla und des Gewerbevereins Ruhla 1991 e.V. –

Betrachtet man das Motto einmal genau, so kommt das Wort Tradition vom Lateinischen „tradere“, zu Deutsch „überliefern“, „weitergeben“, „weitertragen“. Mit der Aussage „nicht die Asche zu bewahren, sondern das Feuer weiterzutragen, wird das bewegende Element der Tradition noch verstärkt werden. Die Tradition als Feuer weiterzutragen, heißt als Gesellschaft in Bewegung zu sein.“ So erläuterte Bürgermeister Dr. Gerald Slotosch das Motto des diesjährigen Jahresempfanges am vergangenen Donnerstag im Kulturhaus Ruhla. „In Ruhla hat sich viel getan, auch im letzten Jahr“, führte er weiter aus. 

Nehmen wir zum Beispiel die Übergabe der Chronik Otto Blumensteins an das Museum. „Es ist so wichtig diese Geschichten und Dokumentationen dieses ehemaligen Hüters und Erzählers unserer Stadt zu erhalten und auch in Zukunft unvergessen für die Nachwelt zugänglich zu machen.“

 

Rückschau 2018:

Im kurzweiligen Jahresrückblick wurden andere Projekte aus dem Jahr 2018 gezeigt, wie zum Beispiel:
• die Einweihung des Uhrenkubus am Kulturhaus Ruhla
• die Zertifizierung der Tourist-Information und der Gastgeber
• die erfolgreiche Verteidigung des Prädikates „Staatlich anerkannter Erholungsort“
• die Ergebnisse aus Tourismus-Stammtisch und AG Tourismus
• der Abriss in der Puschkinstraße
• der Neubau des REWE-Marktes
• die Oberflächensanierung der Arno-Schlothauer-Straße
• der Zaunbau am Friedhof in Thal
• die Pflegearbeiten am Friedhof in Kittelsthal
• das neue Spielgerät bei der Tropfsteinhöhle in Kittelsthal
Damit wurde deutlich: „Ruhla ist eine lebendige Stadt“, wofür der Bürgermeister allen dankte und die Bedeutung eines jeden hervorhob. „Egal ob in Sport, Bildung, Heimat, Kultur, Freizeit, egal ob als junger oder alter Mensch, wir alle wollen hier die Orte der Begegnung und der Gemeinschaft finden.“ Dafür steht die eine Tradition: unser Wir-Gefühl!

 

Ausblick 2019:

Im Ausblick 2019 sollen in Ruhla sowohl kulturell und touristisch, als auch städtebaulich weiterhin neue Meilensteine gesetzt werden. 
Hierzu zählen unter anderem: 
• die Fortsetzung der Sanierung der Hauptstraße Kitteltshal im 1. Bauabschnitt von der Thalbergstraße bis zum Dorfgemeinschaftshaus
• der Bau des Parkplatzes in der Marienstraße Ruhla
• die Fortführung der Planungen des Sport- und Freizeitzentrums  Erbstromtal und dem Sportplatz als 1. Bauabschnitt, um mit entsprechenden Entwürfen dann auch beim Landkreis und beim Land Fördermittel beantragen zu können
• die Online-Schaltung der neuen Internetseite der Stadt Ruhla zur besseren Vermarktung der Region und als neue und verbessserte Serviceseite für Bürger, Vereine und Unternehmen
• der Start für die Fortschreibung des Integrierten Städtischen Entwicklungskonzepts (ISEK) mit Beteiligung der Bürger an der Planung der strategisch wichtigen Maßnahmen für die nächsten 10 Jahre – der Beschluss soll in 2020 erfolgen
• das Stadt- und Naturparkfest (15.06.2019),
• das 1. Kinder- und Jugendtrachtenfest (16.06.2019) als landesweit ausstrahlende Veranstaltung der Folklore-Vereinigung „Alt-Ruhla“
• das Vereinsfest – Das Erbstromtal bewegt sich (31.08.2019)
• die Zusammenarbeit von Unternehmen und Schulen zur Berufsorientierung gemeinsam mit dem Gewerbeverein fördern und unterstützen
• die Touristische Vernetzung in der Region vorantreiben,
• die Industrieroute als Erlebnisangebot einrichten, darauf aufbauende Stadtführungen entwickeln und anbieten,
• die Beschilderung der Wanderwege instandhalten und pflegen.
Es bleibt also spannend, wenn diese und weitere Meilensteine 2019 angegangen und umgesetzt werden.

Wohnort mit Niveau

Überhaupt spielen für die Entwicklung des Wohnstandortes auch die Fragen nach Bauplätzen oder zu erwerbenden Einfamilienhäusern eine Rolle. Das deutet sich im Grundstücksverkehr an. So gab es im Jahr 2018 in Ruhla 54 Grundstücksverkäufe, in Thal 8 Verkäufe und in Kittelsthal 4 Verkäufe. Z.B. sind für das Wohngebiet auf dem Liesenberg schon 5 Baubewerber gefunden. Dort wollen zum Teil auch Zuzügler ein Einfamilienhaus bauen. Zugleich gibt es eine stabile Nachfrage nach Wohnraum in Geschossbauten. Insgesamt bleibt es Aufgabe, die Potentiale von Ruhla, Thal und Kittelsthal als Wohnstandort mit Niveau noch weiter zu entwickeln.

Ruhla hat einen innovativen Mix im Gewerbe

Auch wirtschaftlich hat sich 2018 viel getan. Die Unternehmer schaffen hier Arbeit und Einkommen. Das Gewerbe entwickelt sich. Logischerweise auch die Steuereinnahmen für die Stadt. 2018 bildeten 412 Gewerbetreibende das wirtschaftliche Rückgrat der Stadt.  Anzahl und Anteil (in %) nach Gewerbebereichen: 

Dienstleistung (27%), Handel (24%), Sonstige (20%), Handwerk (17%), Gastronomie (8%), Industrie (7%). 

Das Gewerbe ist breit aufgestellt. Die Industrie steht in der Tradition jahrhundertelanger Eisenverarbeitung bis hin zu Fertigungsmittelbau und Feinmechanik in Metall und Verbundwerkstoffen. Darüber hinaus entwickelten sich Industriebetriebe der Plastverarbeitung, der Elektrotechnik und der Elektronik und Lichttechnik.

Dienstleister aller Art, auch aus der Werbebranche und dem Druckgewerbe sowie aus dem Bereich von Computer, Internet und Social Media Dienstleistungen bilden aber die größte Gruppe, vor dem Handel und vor Sonstigen, wie z.B. Service-, Beratungs-, Versorgungsleistungen vom Hausmeisterdienst bis zum Anwalt oder Arzt. Auch das Handwerk hat noch goldenen Boden. Immerhin 35 Betriebe sind der Gastronomie und dem Tourismus zuzuordnen. Ruhla hat also einen innovativen Mix im Gewerbe.

Gewerbe fördern und Schüler zur Berufsorientierung in der Region sowie Einwohner zum Einkauf in der Stadt bewegen

Der 1. Unternehmerstammtisch des Ruhlaer Gewerbevereins 1991 e.V. vom Januar diesen Jahres brachte besonders ein Thema hervor. Beim Fachkräftemangel und auch der Prognose für die Zukunft unterscheidet sich die Stadt nicht von anderen Orten der Region, wenn nichts getan wird. Bei der Zusammenarbeit von Stadt und Gewerbe jetzt aber schon. In der Wirtschaft heißt es, die Nachfolge ist das neue Gründen. Stadt und Gewerbeverein werden dazu weitere Aspekte aufgreifen, dazu gehören:

- Entwicklung strategischer Flächen in Nachbarschaft von Betrieben,
- Impulse für regionale Vernetzung von Zulieferern und Dienstleistern,
- Informationsaustausch zwischen Unternehmern und mit Schulen.
 

Gemeinsam mit dem Gewerbeverein und den Schulen wird die Stadtverwaltung am Thema der Berufsorientierung von Schülern arbeiten. Die Schüler sollen die Chancen in der Region ergreifen. Wer hier lernt, bleibt vielleicht auch hier oder er kommt nach einem Studium wieder her. Ruhlas erweiterte Oberschule hat mit den Konzepten des Unterrichtstages in der Produktion seit den 1950er Jahren auch eine starke Tradition in der technischen Berufsorientierung vorangebracht. Das Albert-Schweitzer-Gymnasium praktiziert mit dem Fach Thinktech und der praxisorientierten Berufsorientierung in Industriebetrieben der Region auch eine moderne Nacherfindung dieses Lernkonzeptes, was vor ein paar Tagen auf der Didacta von 300 Einreichungen mit dem Zukunftspreis ausgezeichnet wurde. So wachsen aus Traditionen neue Potentiale.

Noch eine Idee steht im Raum: Mit der Belebung der Aktion „Kaufe ein in Deiner Stadt, dass sie eine Zukunft hat“, wird eine Tradition des Gewerbevereins wieder aktiv. Bewusste Beziehungen beleben das Geschäft. Und auch dieses Jahr wird es wieder den Herbstmarkt geben.

 

Höhepunkte

Weitere Höhepunkte waren Ernnennungen sowie Ehrungen (siehe Bilder). Zum Abschluss der Veranstaltung sendeten alle Beteiligten einen Videogruß an die Ehrenbürgerin Juliane Seyfarth, mit Wünschen für viel Glück und Erfolg bei den FIS Nordischen Ski Weltmeisterschaften in Seefeld. Ein krönendes Ende fand die Veranstaltung anschließend mit dem akrobatischen Überraschungsgast TJ Wheels, der mit viel Schwung, Rollschuhen und Lichteffekten das Thema „in Bewegung bleiben“ für das neue Jahr passend und mit voller Begeisterung aller Zuschauer abrundete.

Freuen wir uns darauf was 2019 alles zu bieten hat und gehen wir gemeinsam mit guten Begegnungen und mit offenen Augen durch unsere lebendige Stadt.

Text + Bilder: fl/rz

Ehrung der Freiwilligen Feuerwehr Ruhla. Martin Hacketal (Abschied Hauptgerätewart, im Bild vorne links) sowie Bestellungen: Kevin Zangemeister (Dienststellenführer Thal, Bildmitte) und Benjamin Töpfer (stellvertretender Jugendwart, im Bild rechts).

 

Ehrung sowie Ernennung von Herrn Detlef Fuhlrott (im Bild links) zum ehrenamtlichen Ortschronisten der Stadt Ruhla.

 

Ein Dank sowie eine Ehrung für seine ehrenamtlichen Leistungen erhielt auch Nico Fischer (Trainer und Vorsitzender Judo-Sport-Verein 2013 Erbstromtal e.V.)

 

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