Knappe Mehrheit für Jugendparlament

Gemeinderat Seebach gibt Kindern aus dem Ort Mitspracherecht

Bürgermeister Gerrit Häcker hat innerhalb der Gemeinderatssitzung am Montagabend die Gründung eines Jugendparlaments beschlossen und den Startschuss für die Entstehung des Freizeit- und Aktivparks am Jugendclub „Red Cube“ gegeben. Beide Programmpunkte entfachten eine hitzige Debatte unter den Ratsmitgliedern. Künftig dürfen Seebacher Kinder und Jugendliche bei Themen, die sie betreffen, die politische Debatte mitgestalten. Damit löste Gerrit Häcker ein Wahlversprechen ein, dass er zu Beginn seiner Amtszeit als Bürgermeister gegeben hatte und ermuntert die Seebacher Jugend aktiv bei der Gestaltung ihres Wohnorts mitzuwirken. „Das Jugendparlament erhält ein Rederecht innerhalb der Gemeinderatssitzung, darf Beschlussvorlagen einreichen und wird über Gesprächsthemen informiert“, fasst Häcker zusammen. Gekommen waren fünf Kinder und Jugendliche mit der Projektleiterin Steffi Weihrauch vom Jugendclub „Red Cube“. Nachdem die Kinder ihre Vorstellung eines Parlaments, das auf der Vorgabe der UN-Kinderrechtscharta beruht, gegenüber der Ratsmitglieder geschildert hatten, hagelte es zunächst Kritik. „In den vergangenen zehn Jahren hat nie ein Kind unsere Sitzung besucht“, beanstandete Stefan Gärtner, der seit 2009 Mitglied im Gemeinderat ist. Sein Zweifel am Interesse der Kinder und Jugendlichen am demokratischen Entscheidungsprozess innerhalb der Kommunalpolitik frustrierte die jungen Zuhörer und ihre Projektleiterin. „Wo ist eure rechtskonforme Satzung und wer soll euer Parlament finanziell unterstützen“, fragt Gärtner die Seebacher Jugendlichen. Auch andere Ratsmitglieder wollten es genauer wissen und empfahlen die Spielregeln und Funktionsweise des Jugendparlaments zu überdenken. Da auch vier Ratsmitglieder nichts vom vorgestellten Konzept halten, ergattern Lisa, Noel und Annemarie Patrice stellvertretend für die Kinder und Jugendlichen vom „Red Cube“ Jugendclub eine knappe Mehrheit unter den Ratsmitgliedern.

„Dass die Entscheidung so schwergefallen ist, hat mich ehrlich gesagt etwas schockiert“, lässt Lisa Ottomann (15) im Anschluss der Sitzung wissen. „Wir möchten wissen, wie Demokratie und Wahlen funktionieren, wir wollen uns politisch beteiligen“, fügt sie kämpferisch hinzu und alle anderen nicken zustimmend. Nun wollen sie ihre „Hausaufgaben“ machen, sich mit der Satzung beschäftigen und alsbald zur Wahl des Jugendparlaments aufrufen. Steffi Weihrauch ist glücklich über die knappe Mehrheit von sechs Stimmen dafür und vier Gegenstimmen im Rat und freut sich schon auf die nächste Sitzung am Montag, 27. August, wo sie von ihrem Mitspracherecht gleich Gebrauch machen will. Dort will sie mit ihren Schützlingen wieder aufschlagen und die Ideen zur Gestaltung des Freizeit- und Aktivparks präsentieren. Das 30.000 Quadratmeter große Gelände direkt am Jugendclub soll in Zukunft zu Sport, Spiel und Entspannung einladen. Was konkret errichtet werden soll, wird noch festgelegt. Zunächst forderte Häcker die Ratsmitglieder auf, prinzipiell dem Park zuzustimmen oder abzulehnen. Keine Dopplung bereits vorhandener Sportstrecken und Geräte und einen angemessenen Umgang mit dem Budget forderten die Ratsmitglieder, bevor sie den Freizeit- und Aktivpark mit 10 Stimmen dafür und zwei Enthaltungen bewilligten. Der reizvollen Gestaltung des Geländes steht im kommenden Jahr nun nichts mehr im Wege.

 


Sagen Sie uns Ihre Meinung zu diesem Artikel

Ich stimme zu, dass meine Angaben aus dem Kontaktformular zur Beantwortung meiner Anfrage erhoben und verarbeitet werden. Die Daten werden nach abgeschlossener Bearbeitung Ihrer Anfrage gelöscht. Detaillierte Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.