Konzertabend zum 333-jährigen Kirchenjubiläum

Nach erfolgreicher Sanierung der Trinitatiskirche prägte ein klangvolles Erlebnis der besonderen Art das 333-jährige Jubiläum. Die Geschwister Laetitia und Philip Hahn begeisterten am vergangenen Donnerstagabend die Gäste auf dem Flügel.

Sie sind zwei einzigartig hochbegabte und weltweit erfolgreiche Jungpianisten, die von hochrangig internationalen Musiklehrern und Künstlern unterrichtet werden. In vielen Ländern und in den verschiedensten Konzertsälen haben sie schon ihre meisterhafte Performance präsentiert. Sie wurden bereits mit einigen Preisen ausgezeichnet.  Christian Hahn, Vater der beiden, schilderte den probenreichen Alltag, erzählte vom neuen Wohnort ganz in der Nähe, in Kälberfeld, fernab vom Trubel der Konzert-Bühne.  Am Jubiläumsabend verzauberten die Künstler die Gäste mit mehreren Klavierstücken. Harmonische bis vollklingende Klavier-Passagen erklangen im Kirchenschiff und erzeugten beim Publikum Gänsehautfeeling. 

Zuvor gab es feierliche Worte des Dankes zu verkünden. Ruhlas Bürgermeister Dr. Gerald Slotosch dankte in seiner Ansprache dem Förderverein St. Trinitatis für sein großes Engagement, zudem den vielen Helfern, Unterstützern und Fördermittelgebern, die am Konzertabend als geladene Gäste anwesend waren und welche die Stadt Ruhla während der Zeit der Sanierungsphase der Kirche begleitet haben. Dazu gehörte auch Landrat Reinhard Krebs, der immer wieder gerne viele Veranstaltungen in Ruhla besucht. Außerdem der ehemalige Bürgermeister Hans-Joachim Ziegler, der Beigeordnete i. R. Gustav Bergemann, mehrere Stadträte, sowohl ehemalige als auch neu gewählte, Vertreter der Sparkassenstiftung Hessen-Thüringen, der Wartburg-Sparkasse, Dr. Wilke vom Planungsbüro mit Gattin, Orgelbauer Bernhard Kutter, Vertreter der Ruhlaer Kirchen, Schulen und Vereine. Die Kirche sei ein Haus zur Bewahrung der Geschichte, der Kultur und der Begegnung geworden, so Slotosch. Er wünschte ein langes und kulturerfülltes Leben für diese. Auch die Vorsitzende des Fördervereines St. Trinitatis Elke Schmidt dankte allen an der Sanierung benannten Beteiligten, ebenso der Denkmalschutzbehörde, dem Landesamt für Denkmalpflege und vor allem den zahlreichen Spendern. Mit diesen beigesteuerten Mitteln konnte unter anderem die Restaurierung der alten Orgelpfeifen der Knauff-Orgel immer weiter vorangebracht werden. „Wir haben neben den Spendern auch viele Freunde gewonnen, die uns dabei unterstützen, die regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen ausrichten zu können“, erklärte Elke Schmidt in ihren teils bewegend emotionalen Ausführungen. Gemeinsam mit den Mitgliedern des Trinitatis-Fördervereines ist sie mit viel Herz bei der Sache, um dieses zur „Kulturkirche“ gewordene Denkmal zu erhalten. Sie gab einen kurzen geschichtlichen Abriss: 1646 wurde die Kirche erstmals für Gottesdienste geweiht. Aber auch unschöne Dinge mussten hingenommen werden, so die Schäden, die durch den zweiten Weltkrieg entstanden. Nach Sanierungsmaßnahmen wurde die Kirche 1951 erneut geweiht. 1974 erhielt das Kirchenschiff den Einbau einer Trauerhalle, die eigentlich gar nicht der Bauweise und dem Innenraum gerecht wurde. 1996 wurde der Hausschwamm, ein holzzerstörender Pilz mit höchstem Gefahrenpotenzial für Gebäude, festgestellt. Tragende Bauteile, Holzkonstruktionen und das Dach waren davon befallen. Ein Stützgerüst für die Dachkonstruktion musste angebracht werden. 1997 wurde der Förderverein gegründet, um sich um den Erhalt und die weitere Nutzung einzusetzen. Heute besteht dieser aus 40 Mitgliedern, an die Elke Schmidt einen herzlichen Dank für ihre aktive Tätigkeit richtete. Nach der Schwamm-Sanierung erfolgten die weiteren Restaurationsmaßnahmen. Mit Fördermitteln von Bund und Ländern, finanzieller Unterstützung der Stadt Ruhla und Spendern wurde das Projekt „Kulturkirche“ möglich. „Gemeinsam mit den Ruhlaer Bürgern als Spender und den Unterstützern ist es unsere Kirche geworden. Hier ist man immer, ob Konzerte oder andere Veranstaltungen, zur richtigen Zeit am richtigen Ort“, so die Fördervereinsvorsitzende. Am 5. September beginne die Restaurierung des letzten Abschnittes der Orgel.

Das Gedicht „St. Trinitatis – Heilig Dreifaltigkeit“ hatte Hans-Joachim Ziegler als Jubiläumspräsent mit dabei und wurde von ihm in Rühler Mundart vorgetragen. Dass kreisweit gerne Menschen hierher in die Bürger- und Kulturkirche kommen, konnte Reinhard Krebs nur bestätigen. Er zeigte sich beeindruckt von dem Engagement, was hier eingebracht wird, gleichwohl von der guten Zusammenarbeit der Stadt Ruhla mit dem Förderverein und den unterstützenden Institutionen, um solch ein Vorhaben umzusetzen. Hier sei ein Kleinod entstanden, es ist eines der ersten großen Kulturaktionen im Wartburgkreis, dass verwirklicht wurde. So etwas brauche der Landkreis. Reinhard Krebs betonte, er stehe jederzeit hinter den Ruhlaern und ihrem Kirchenprojekt. Darüber zeigte sich Elke Schmidt überaus erfreut, bedankte sich für diese außerordentliche Anerkennung. Der Verein hatte bereits Denkmalpreise erhalten, außerdem die Auszeichnung für engagiertes Ehrenamt und wurde mit dem Eintrag ins Ehrenbuch der Stadt Ruhla bedacht. 

Text/Fotos: aki/rz

 

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