Romantik pur: Sonnenunter- und -aufgänge in unserer Heimat

Unser Leser Alexander Hoffmann aus Seebach unternahm vom 17. zum 18. Juni eine Nachwanderung nach Oberhof und hielt diese romantischen Aufnahmen für die Ewigkeit fest.

Haben Sie Interesse, mal etwas richtigem Romantischen auf die Spur zu kommen? Dazu braucht es allerdings eine seltene Witterung, wie wir sie in diesem Jahr 2019 bei uns hatten: Eine Hochdruck-Wetterlage in der Zeit, in der die Sonne am längsten am Horizont steht.

Eine verrückte Idee von mir war, vom 17. auf 18. Juni 2019 von Seebach aus eine Nachtwanderung nach Oberhof über rund 42 Kilometer zu machen. Auf diesem Weg erlebte ich unter anderem einen Sonnenaufgang „durch“ die Bäume am Rennsteig, auf der Schmalkaldener Loibe. Dies war eine Initialzündung, um das Thema Sonnen­untergänge und Sonnenaufgänge an den längsten Tagen des Jahres erlebbar zu machen. In dieser besonderen Zeit im Jahreskreis geht die Sonne bei uns meist zwischen 21:35 und 21:40 Uhr am nordwestlichen Horizont unter.

Der Zufall will es, dass gerade dort der Hohe Meißner in rund 50 bis 60 Kilometern Entfernung (Luftlinie) zu finden ist, ein 753,6 müNN hohes Bergmassiv zwischen Eschwege und Kassel in Nord­osthessen. Übrigens empfangen wir von dort in unserer Region am besten den Hessischen Rundfunk. Und bei klarer Sicht sind sogar mit bloßem Auge zwei Antennenmasten auf der linken Seite des Hohen Meißners zu erkennen. Überhaupt ist Grundvoraussetzung, dass in Richtung Nordwesten kein Wölkchen am Ho­rizont zu sehen ist, was leider häufig der Fall ist. So klappte erst ein dritter Versuch am Großen Inselsberg, um einen Sonnenuntergang zu sehen.

Die Sonne geht entweder links, direkt hinter oder rechts vom Hohen Meißner unter. Vielleicht haben Sie schon mal direkt vom Großen Inselsberg einen Sonnenuntergang nahe Sommersonnenwende erlebt? Hier ist der Horizont sehr eingeengt, wenn man Richtung Nordwesten blickt. Man muss sich hierzu direkt neben den Sendemast stellen.

Ein vielleicht günstigerer Aussichtspunkt ist der „Wartburgblick“ am Großen Inselsberg. Persönlich fand ich aber einen Ausblick, der als Geheimtipp eingestuft werden kann: vom Grauen Weg am westlichen Großen Inselsberg, rund 700 Meter vom Venetianerstein entfernt. Hier bietet sich so schon ein fantastisches Panorama, aber wenn man hier einen Sonnenuntergang Mitte/Ende Juni beobachten kann, hat das noch mal etwas ganz Besonderes! Hierbei geht die Sonne direkt links neben den rund 60 Kilometer entfernten Hohen Meißner unter, ein grandioses Naturereignis, welches ich am 27. Juni 2019 beobachten durfte!

Ein weiteres einzigartiges Erlebnis ist ein Sonnenuntergang vom Westhorn am Großen Hörselberg zu erleben. Hier befindet sich der Hohe Meißner spürbar näher am Horizont, ist nur noch rund 50 Kilometer entfernt. Die Sonne geht hier rechts am Hohen Meißner unter. Dieses einzigartige Erlebnis wurde mir am Abend des 29. Juni 2019 zuteil.

Nie für möglich hielt ich einen Sonnenuntergang vom Meisenstein, der direkt am GEO 9-Wanderweg „Ruhlaer Insel“ liegt. Von hier aus sieht man den Großen Inselsberg, dreht man sich um rund 180 Grad, erblickt man bei guter Fernsicht den Hohen Meißner, der rund 54 Kilometer entfernt ist. Durch puren Zufall kam ich am 3. Juli 2019 zur „richtigen Zeit“ hier vorbei, und erlebte einen grandiosen Sonnenuntergang. Hierbei ging die Sonne direkt links am aufsteigenden Bergmassiv des Hohen Meißners unter.
Wer an den längsten Tagen des Jahres einen Sonnenaufgang beobachten möchte, muss sehr früh aufstehen, oder gegebenenfalls die Nacht durchmachen. Beides erlebte ich …

Am 26. Juni 2019 bin ich in aller Herrgottsfrüh auf den Großen Inselsberg gewandert. Dort oben ging am Ost-Nordöstlichen Horizont punkt 5:00 Uhr die Sonne auf. Einfach traumhaft, wie sich ein roter Ball über den Horizont „kämpft“ und dabei mit einem Mal so hell wird, dass man nicht mehr ohne Gefahr hineinblicken kann!
Am 29. Juni 2019 bin ich spontan auf den Großen Wartberg gegangen. Hier gibt es etwas versteckt den Aussichtspunkt „Sommerblick“, von dem sich ein grandioser Juni-Sonnenaufgang bestaunen lässt. In meinem Falle kam die Sonne gegen 5:03 Uhr über den Horizont, traumhaft romantisch!

Und nun zu einem Kuriosum, wie es nur das Leben schreiben kann: Weiter oben erwähnte ich, am Abend des 29. Juni 2019 einen faszinierenden Sonnenuntergang am Westhorn des Großen Hörselberges erlebt zu haben. Es war ein Samstagabend. Und an einem Samstagabend habe ich die ehrenvolle Aufgabe, in der Hörselberghalle in Wutha-Farnroda einen Sportgeräte-Rundparcours aufzubauen. Er dient dem Eltern-Kind-Turnen, was sonntags zwischen 9:30 Uhr und 10:30 Uhr stattfindet, nicht jeden Sonntag, aber rund 35 Mal im Jahreskreis. Dieses Angebot ist für Kinder zwischen 1,5 und sechs Jahren gedacht, damit diese auf spielerische sportliche Art und Weise ihren kleinen Körper kennen lernen, also eine überaus sinnvolle Tätigkeit, die ich dem in Wutha ansässigen Handballverein verdanke. Ja, es gibt mir wahrlich sehr viel, für unsere Kleinsten etwas darzubieten. Immer wieder „hüpft“ mein Herz vor Freude! Und solch ein Aufbau dauert mit Vorbereitung gern mal rund vier Stunden, und kann meistens erst später abends aufgebaut werden, da die Hörselberghalle gut genutzt wird …

Als ich in dieser Nacht mit dem Parcours fertig war, zeigte die Uhr 2:55 Uhr. Mein Magen meldete an, etwas zu wollen, also machte ich ein zeitiges Frühstück in der Halle. Anschließend bin ich gegen 3:30 Uhr zu Fuß los und dachte, gegen 5:00 Uhr zu Hause zu sein. In Farnroda, Ecke Seebacher Straße – Schönauer Straße wuchs in mir ein Gedanke, doch über die Schönauer Straße weiter zu wandern, Müdigkeit hin, Müdigkeit her, denn es war eine sternenklare Nacht. Und der Morgen dämmerte schon am Horizont. Die Idee war, einen Sonnenaufgang auf der Deubacher Höhe auf dem Heimweg „einzusammeln“, und ich sollte diese Entscheidung keinesfalls bereuen, ganz im Gegenteil: Auf dem Kreuzweg, ein Teil der Deubacher Höhe, gibt es einen Abschnitt, wo man über ein Feld blickend den Großen Hörselberg in seiner vollsten Schönheit zu sehen bekommt. Und genau um 5:05 Uhr „rutschte“ rechts vom Großen Hörselberg ein roter Ball über den Horizont, ein makelloser Sonnenaufgang… So lohnt sich auch mal ein „Durchmachen einer Nacht“, ohne Alkohol versteht sich!
Vielleicht haben sie auch Erfahrungen mit schönen und romantischen Plätzen für Sonnenuntergänge und Sonnenaufgänge? Es wäre Spitze, diese Erfahrungen untereinander auszutauschen. Denn etwas Schöneres gibt es kaum, was Gottes Natur uns bieten kann.

Alexander Hoffmann, Seebach


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