Ruhlaer Kulturhaus als Theaterschauplatz

„Alt-Ruhla“-Akteure präsentieren Original Rühler Mundartstück

Koappannräs (Hans-Joachim Brenn) will Tochter Rickchen (Antje Brenn) überzeugen, den „Frömmen“ aus Leipzig zu heiraten.

 

Die jährlichen Theateraufführungen in der Original Rühler Spraoch prägen seit eh und je die Folklore-Vereinigung „Alt-Ruhla“ e.V.  Zelebriert werden diese von Laienschauspielern des Traditionsvereins. Bereits in den ersten von vier Vorstellungen wurden die Mundartakteure am letzten Wochenende mit jeder Menge Applaus belohnt. Im Programm integriert ist wie schon einmal vor zwei Jahren der Vorspann mit dem Ruhlaer Mundartstammtisch, umrahmt mit Schnorren und lustigen Unterhaltungen, von aktuellen Themen bis hin zu ulkigen Einlagen. Und es scheint hier wohl genügend Gesprächsstoff zu geben. Soll doch die Ruhl einen neuen „Dokter“ im Medizinischen Versorgungszentrum haben, da die Praxis im selben Gebäude wie die Stadtverwaltung untergebracht ist, „…woir dear Dokter zwoir ea Dokter, abber kei Oirzt…“, sondern der neue Bürgermeister Dr. Slotosch, so erzählt von Hartmut Günther. Auch der rasende Reporter Bruno Blitz alias Detlef Fuhlrott lässt sich diese Neuigkeit nicht entgehen und tritt auch diesmal wieder mit seinem Fahrrad und der Kamera unterm Arm in Erscheinung. Außerdem schnappt er vom Wirt (Rudolf Braun) auf: „…miet Wirtshüssern ies ju nun au späng in d’r Ruhl…“ und bekommt gleich erklärt, dass „späng“ knapp und wenig vorhanden bedeutet. 

Aber Erfreuliches gibt’s natürlich auch zu berichten: Im Sommer 2019 steht das 11. Thüringer Kinder- und Jugendtrachtenfest in der Bergstadt auf dem Jahresplan. Dabei dürfen selbstverständlich die Nachwuchstänzer der Kinder- und Jugendtanzgruppe „Alt-Ruhla“ nicht fehlen, die schon an den ersten beiden Theaterabenden mit ihren Tänzen das zahlreiche Publikum überaus begeisterten. Getanzt, aber auch gesungen wurde und wird in den weiteren beiden Aufführungen inbrünstig von musikalisch engagierten „Alt-Ruhla“-Mitgliedern. Nach einer kleinen Pause, in der es zur Stärkung für Besucher und Akteure Rühler Spezialitäten zum Möffeln gibt, folgt dann das sehnlichst erwartete Theaterstück, mit dem Titel „Ungefuihrt“ odder „Schleacht Luider sain de Rühler doch“ vom bekannten Heimatdichter und Verfasser von Mundartstücken Arno Schlothauer. 

Dem machen die Darsteller im Stück wieder alle Ehre, denn die Rühler sind publik, andere an der Nase herum zu führen: Ehepaar Dienus aus Ruhla bekommt einen Brief von Sohn Gottlieb, in dem er den Besuch seines Leipziger Studienfreundes Jeremias Bemmchen ankündigt. Tochter Rickchen soll nun mit dem betuchten Herrn Bemmchen verheiratet werden. Diese hat bereits einen Freier aus der Nachbarschaft, von dem die Eltern vorerst nichts wussten. Doch mit dem Heiratsversuch stoßen die Eltern auf den unvermeidlichen Widerspruch der Tochter. Da kommt ihr heimlicher Liebhaber ins Spiel, um ihr mit einer famosen Idee zu helfen. Er verkleidet sich als Sachse und spielt den Eltern den heiratswilligen Wunschschwiegersohn vor. Die Situation spitzt sich zu, als plötzlich der wahre Jeremias Bemmchen auftaucht. Letztlich wendet sich alles zum Besten und alle sind glückselig. Alle, die für das kommende Wochenende Karten erworben haben, um sich die Mundartaufführung anzuschauen, können gespannt dem Schauspiel entgegenfiebern, denn es gibt wieder viel zu lachen und zu schmunzeln.

aki/rz      Fotos: aki / D. Fuhlrott

Happy End: Rickchen und Krischtoff als Paar mit dem Segen der Mutter Laowis, v.l. Ingrid Hofmann, Antje Brenn und Jörg Rödiger.

 

Tino Baacke, „Dear Muun uss’n Beargkwärk!“

 

Bruno Blitz vom Eisenacher Nachtexpress alias Detlef Fuhlrott.

 
Die Kleinsten von "Alt-Ruhla" bei ihrem Auftritt.
Gesangseinlage "Der Wächter durch die Straßen ging"

Hartmut Günther (r.) erzählte über seine Erlebnisse beim „Dokter“.

 

Am Ende darf der Rühler Spreenger nicht fehlen.

 

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