Sportliche Höchstleistung bei strahlendem Sonnenschein

Rund 100 Sportler aus ganz Deutschland versammelten sich zur Skiroller-Berglauf-Meisterschaft

Trotz herbstlicher Kühle sind die 93 Teilnehmer beim 16. Skiroller-Berglauf des TSG Ruhla, Abteilung Wintersport 07 am Sonntagmorgen ganz schön ins Schwitzen gekommen. Den Kraftakt – 8,5 Kilometer bzw. 4,5 Kilometer bergauf – meisterten alle Leistungs- und Freizeitsportler aus ganz Deutschland erstaunlich gut. Der Wettkampf wurde gleichzeitig auch als deutsche Meisterschaft 2018 gewertet, die von der Turn- und Sportgemeinschaft Ruhla e.V., Abteilung Wintersport 07 zum vierten Mal ausgerichtet wurde. Keine halbe Stunde dauerte der Berglauf bis zum Glasbachdreieck für die vier Besten, die sich schon beim Massenstart in Thal/ Post vom Rest der Teilnehmer absetzten.

Der Weg führte über die von Polizei, Feuerwehr und TSG-Vereinsmitgliedern abgesperrte Bundesstraße von Thal, durch Ruhla und hinauf zum Glasbachdreieck. Vor allem der Anstieg nach dem Ruhlaer Waldbad kostete den Teilnehmern viel Kraft, galt es immerhin vom Start bis zum Ziel knapp 350 bzw. 220 Höhenmeter zu überwinden. Das schaffte der einstige Biathlet Matthias Albrecht (30) vom WSC Oberhof 05 in 27,41 Minuten als Erster und gewann damit den Wettkampf mit Meisterschaftswertung. Dicht auf den Fersen waren dem Sieger der mehrfache Langlauf-Weltmeister Bernhard Schneider (56), der mit 29,06 Minuten als Zweiter das Ziel erreichte und Michael Henning. Drittplatzierter Henning erklomm das Glasbachdreieck in 29,40 Minuten. Deutsche Meisterin im Rollski wurde unter den Damen Hanna Nöthmeier vom SV Frankenhain mit 33,56 Minuten. Weitere Podiumsplätze gingen an Franziska Zimare vom SG Klotzsche (37,30 min) und Cindy Kolbe vom SV Trebsen (38,19 min). Die deutsche Schülermeisterschaft gewann Lukas Schmeiß (15) vom Sportgymnasium in Oberhof. In 17,16 Minuten schaffte er die 4,5 Kilometer lange Strecke vom Markt in Ruhla bis zum Glasbachdreieck. Richard Stephan (14) vom SV Liebertwolkwitz in der Nähe von Leipzig brauchte dafür 18,01 Minuten und Marcel Holzhauer vom Skiclub-Wiesloch kam als Dritter in 19,02 Minuten ins Ziel. Bei den Schülerinnen siegte Anna Amalie Riechel vom WSC 1907 Steinbach, die in 21,41 Minuten den Berg hinauf gerollt war. Sie lieferte sich zum Schluss ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Juliane Hänsgen vom TSG /WSC 07 Ruhla, die nur 24 Sekunden später die Ziellinie erreichte.

„Die Konkurrenz war stark, aber es gelang mir, mich schon frühzeitig abzusetzen. Stolz macht mich vor allem der Sprint am Berganstieg, der hatte es in sich. Am Ende zählt, wer die meiste Kraft und die größte Ausdauer hat“, freut sich Matthias Albrecht beim kurzen Interview im Ziel. Auf geraden Strecken schätzt er seine Geschwindigkeit auf Rollskiern auf etwa 20 Kilometer pro Stunde. Vor allem die Oberkörpermuskeln werden beansprucht, wenn sich die Sportler mit den Stöcken vom Boden abstoßen. Der frühere Leistungssportler im Biathlon trainiert mittlerweile nur noch in seiner Freizeit und genießt bei seinem Hobby nebenbei die schöne Natur, zwitschernde Vögel und klare Luft. Hierfür eignet sich die Bergstadt am Rennsteig perfekt, doch auch andere Gründe sprechen für das Ausrichten des Meisterschaftswettbewerbs in Ruhla: Logistik und Vereinsarbeit. „Einerseits ist es nicht überall möglich, eine Bundestraße für die Dauer der Veranstaltung zu sperren. In Ruhla konnten wir das organisieren, Anwohner wurden informiert und an der Strecke sind viele Helfer postiert, die die Straße von unwissenden Autofahrern freihalten. Andererseits ist unser Wintersportverein sehr aktiv und genießt einen richtig guten Ruf innerhalb des Thüringer Skiverbandes e.V. Der gesamte TSG Ruhla prägt den Sport, die WSC 07 Trainer legen für junge Talente eine solch gute Basis, dass diese das Zeug zum Weltmeister haben“, lobt Ruhlas Bürgermeister Dr. Gerald Slotosch (parteilos). Er ließ es sich nicht nehmen, Startschuss und Schirmherrschaft der Veranstaltung zu übernehmen. Was den Wettkampf so interessant macht, sei die große Vielfalt, wie Klaus Baacke hervorhebt. „Alle Altersklassen gehen an den Start, Profis trainieren mit Freizeitsportlern und haben eine gute Zeit“, so der Senioren Weltmeister und WSC 07 Jugendtrainer Baacke. Die Bergstadt glänzte im Ruhm der deutschen Meisterschaft, Wintersportler aus der gesamten Republik besuchen sie gern, egal zu welcher Jahreszeit.

skr

 

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