Wir wollen das Dorf im Zelt

Junge Kittelsthaler Kirmesgesellschaft pflegt Traditionen und bietet volles Programm

Drei Tage feucht-fröhliche Heiterkeit, jede Menge Musik und Spaß für die ganze Familie haben die Kittelsthaler nun hinter sich. Kirmesverein und Besucher stimmen darin überein: die diesjährige Kirmes war ein voller Erfolg. Werbung fürs Vergnügen erreichte den einen oder anderen schon seit Wochen an einem Supermarkt in Wutha-Farnoda. Das Riesenplakat mit prallem Dekolleté und schäumendem Bierseidel dürfte im Vorbeifahren zumindest den Herren der Schöpfung aufgefallen sein und so manche Freude auf die Kittelsthaler Kirmes geweckt haben. Ob das als Kirmesversprechen aufzufassen war, sei dahingestellt – ein ungewöhnliches Verkehrsschild in Kittelsthal begrüßte die Gäste und „warnte” vor jenen Gästen, die manchmal mehr trinken als sie vertragen – oder bildlich gesprochen: Vorsicht, ein Betüdelter könnte auf der Straße kauern. Immerhin machten die Organisatoren auf mögliche Kirmesvorkommnisse aufmerksam, nach dem Motto: „Kann ja mal passieren“. An den beiden Festabenden war die Stimmung überragend und alle Bierbänke im Zelt voll. „Mit jeweils rund 900 Gästen am Freitag- und Samstagabend sind unsere Erwartungen übertroffen worden“, strahlte Christian Linß vom Organisationsteam. Eine kleine Pause im Sonntagnachmittag-Programm nutzte er, um eine erste Bilanz zum Wochenende zu ziehen und über Verlauf und Tradition der Kirchweih in Kittelsthal zu plaudern.

Neues Team sorgt für frischen Wind

„Es ist die dritte Kirmes nach dem Neuanfang, mittlerweile sind wir ein gut eingespieltes Team“, erklärt Linß (34) glücklich. Die Aufgabenverteilung klappt problemlos, jeder packt unaufgefordert mit an. Als vor fünf Jahren bei der damaligen Kirmesgesellschaft ein wenig die Luft raus war, übernahmen er, d. h. Christian Linß, sowie Kati Siebert, Stefan Hartung und Phillip Rennert Amt und Würden und schworen in der Friedenskirche, das Dorffest werde auch weiterhin jährlich stattfinden. Die junge Kirmesgesellschaft besteht aus alten Freunden. Viele von ihnen sind, nachdem sie auswärts Erfahrungen sammelten, es in der Fremde aber nicht aushielten, in ihren Heimatort zurückgekehrt – zurück in „das schönste Dorf in der Republik“, wie sie es nennen. Als waschechte Kittelsthaler zeigen sie auch die Begeisterung für ihren Ort und wissen, wie man die Jugend mobilisiert. Ihr Ziel ist einfach, aber trifft ins Schwarze: „Wir wollen das gesamte Dorf im Festzelt.“ Klar sind auch Gäste herzlich willkommen, aber vorrangig sollen die Einwohner erreicht und zum Feiern bewogen werden.

Deshalb sieht das junge Team in Traditionspflege und Historie eine Herzensangelegenheit und begeistert damit Kittelsthaler jeglichen Alters. Angefangen vom Kuchenmarsch am Freitagnachmittag bis hin zur Beerdigung der Kirmes am Sonntagabend bleiben sie dem Brauchtum in jedem Detail treu. Identifizieren kann sich mit den guten alten Traditionen augenscheinlich auch die Jugend. „Wir zählen 15 Kirmespaare und beobachten, wie sich Kinder, Eltern und Großeltern am Familiensonntag über die zahlreichen Tanzeinlagen freuen, die von ihren Kindern und Enkeln dargeboten werden, ganz zu schweigen von der Gaudi an den beiden Konzertabenden.“ Das Ziel ist erreicht, die Kirmes im Sack. Die knapp 600 Kittelsthaler machen ihr Fleckchen Erde weißgott zum „schönsten Ort in der Republik“.

skr

 

Die Kittelsthaler Tanzmäuse & Teenies gaben mit ihrer Tanzshow den Startschuss für den Familiensonntag.

 

Sportlich und fast schon akrobatisch präsentierte sich die „Line Dance Gruppe Thal“. Begeistert schauten sich die Kirmesbesucher alle Tanzshows am Nachmittag an.    

Fotos: skr/rz


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